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Kleine Affäre mit Torsten Wolber

Expressive Portraits und Malerei

„Nach 28 wundervollen und kreativen Jahren als Illustrator wollte mir die Malerei noch ein paar Dinge sagen…

Und was das war, kann ich wohl besser malen als schreiben, aber grundsätzlich habe ich gelernt wie Spontanität, Kreativität mit Intuition ein nicht gekanntes Gefühl der Freiheit beim Malen hervorrufen. Ich habe dazu zunächst anhand von Pleinair-Studien ( also draussen gemalte Landschaftsbildern ) die Technik der *Allaprima-Malerei kennen und lieben gelernt. Diese Technik habe ich durch zahlreiche Studien in meinem Atelier für mich gefestigt und so eine solide Basis für einen freien Stil gebildet. Dadurch kann ich Studien sowie Auftragsarbeiten in der gleichen lockeren Art behandeln, male konzentriert und zielgerichtet und bin gleichzeitig offen für alles was mir das Bild noch “vorschlägt”. Das Ergebnis ist eine lockere, realistische Behandlung der Sujets, die den Ausdruck, die Expression in den Vordergrund stellt.“

Torsten Wolber

*Alla-Prima-Malerei [italienisch aufs erste] Maltechnik, bei der die Farbe in einer Sitzung aufgetragen wird, ohne dass später in Schichten oder Lasuren übermalt wird.

Die Ausstellung eröffnet am 4. Dezember 2021 mit einer Vernissage und endet voraussichtlich am 27. Februar 2022.

Der Künstler

Torsten Wolber wurde 1964 in Grafenau geboren und studierte Grafikdesign und Illustration in Köln. Fast 30 Jahre lang arbeitete er als freiberuflicher Illustrator und Lehrer, bis er sich 2020 ausschließlich der Ölmalerei widmete. In unzähligen Pleinair-Arbeiten, die über 10 Jahre vor Ort entstanden sind, hat er gelernt, Eindrücke schnell und präzise zu notieren. Diese Arbeitsweise fließt in seine Atelierarbeit ein, die auch Porträts und figurative Kunst umfasst. Wolber lebt und arbeitet in Köln. 

Die Bilder Torsten Wolbers entstehen schnell. Bei der Allaprima-Technik, der sich Torsten Wolber bedient, werden die Farben in einer Sitzung aufgetragen. Diese bedingte Geschwindigkeit des Malens spiegelt sich in seinen Werken klar wider. Sie wirken wie kurze Momentaufnahmen, die dennoch einen expressiven Eindruck über die dargestellten Personen, Tiere oder Landschaften vermitteln können. Untermauert wird dieser Effekt noch weiter durch die Fokuspunkte, die Wolber in seinen Bildern setzt. Bestimmt auch durch das zügige Malen bedingt, konzentriert sich Wolber auf prägnante Details, die die Essenz des dargestellten wiedergeben und deutet andere Teile seiner Motive nur durch gröbere Pinselgesten an. So wird ähnlich wie bei der Fotografie ein Fokuspunkt gesetzt, zu dem das Auge unweigerlich hingezogen wird, wodurch der Eindruck eines flüchtigen kurzen Einblicks in den Moment des Bildes noch einmal näher gelegt wird.

Gerade die Lichtsituation spielt in Wolbers Bildern eine große Rolle. Dunkle Schatten sowie helle Lichtpunkte stehen immer wieder im Kontrast zueinander. Großen Eindruck haben dabei die Bilder „Social Disdancing“ (2020) und das Portrait „Flosshilde“ (2020) hinterlassen. Beide Bilder spielen auf unterschiedliche Weise mit dem Licht. Auf dem einem Bild tanzen zwei Personen in einem dunkel, spärlich belichteten Raum nicht miteinander, sondern stattdessen mit den Rücken zueinander gewandt, nur durch Virtual Reality Brillen miteinander verbunden. Die Lichtsituation in diesem Bild ist erneut ähnlich zu Fotoaufnahmen. Der dunkle Raum wird wie durch ein Blitzlicht erhellt, der den Raum leicht grünlich einzufärben scheint.

Im Kontrast dazu das Bild der „Flosshilde“, ein Portrait einer Frau in Schwimmkleidung, die einen Goldfisch in einem Plastiksäckchen vor sich hält. Auch hier ist wieder eine spannende Lichtsituation dargestellt. Während von unten Links Schatten das Bild verdunkeln, wird die Flosshilde von oben links angeleuchtet, und scheint sich beinahe etwas im hellen Licht aufzulösen, Reflexionen des orangenen Goldfisches spiegeln sich im Licht, das auf sie fällt, ab.

Beide Motive spielen mit den Lichtsituationen, auf unterschiedliche Art und Weisen und erzeugen so eindrückliche, expressive Bilder, die einen kleinen Moment wiedergeben und mich über die Situationen der Bilder rätselnd zurücklassen.

Mich persönlich fasziniert die gefühlte Flüchtigkeit der Bilder im Zusammenspiel mit den durch die Allaprima-Technik bedingten Fokuspunkten und den interessanten Lichtsituationen, die in den Bildern zusammenkommen und so expressive Momentaufnahmen abbilden, ohne dabei aufdringend zu wirken. Die Bilder lassen mich über die dargestellten Situationen rätseln und ich bleibe zurück mit einem Eindruck zu einem kurzen Moment, der mir weitere Fragen aufgibt, die in mir zum einen den Wunsch nach mehr Informationen über diese Situationen zurücklassen, vor allem aber den Wunsch mehr der Bilder Torsten Wolbers zu betrachten.

 

Gruppenausstellungen: 

2017 The Selfie Project, Galerie Hartung, Köln 2017 

Flashback, \“Polaroids\“, Crossart, Factory 45 Bonn 2017 – 2019

Köln Comic House 2018

Galerie Eyegen-art 2019 

District Art Colliery Ewald 2018-20 Carée-Art 

 

Einzelausstellungen:

2017 ,2018 und 2020 \“NordLicht\“, Pleinair- und Ateliermalerei, Ausstellungshalle Wangerooge 2

017 – 2020 Galerie Landmann31, Köln 

2021 Kleine Affäre, Hattingen

 

Preise 

2018 Gewinner des „Rheingold“-Awards 

2019 1. Preis Carrée-Art / Köln

Die Ausstellung eröffnet am 4. Dezember 2021 mit einer Vernissage und endet voraussichtlich am 27. Februar 2022.

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