„Darf ich, ohne zu wissen was ich verkaufen will, einen Laden eröffnen?“ fragt das Schweizer Künstlerduo Fischli und Weiss in Ihrem 2003 erschienenen Buch „Findet mich das Glück?“.

Die Antwort ist ganz einfach: „Ja, und manchmal muß man sogar!“, zumindest wenn eine handvoll Nachbarn verhindern möchten, daß das wundervolle Jahrhundertwende-Geschäft ansonsten von einem Unternehmen genutzt worden wäre, welches ganz und gar nicht zur Belebung des Örtchens Blankenstein beigetragen hätte.

Zwölf Nachbarn verliebten sich in das Lokal und schritten ein. Sie beschliessen eine kleine Affäre mit dem Laden einzugehen. Geld und viele Stunden Arbeit fließen in die 35 Quadratmeter und so entsteht eine kleine aber feine Galerie, die sich durch Verkäufe selber tragen soll. Zudem werden Kulturschaffende gewonnen, die durch ihre Auftritte, Lesungen und Aktionen nicht nur das Leben in Blankenstein bereichern, sondern auch das Überleben des Projektes unterstützen.

Was in den zwei Jahren passiert ist außergewöhnlich: Neben gut besuchten Ausstellungen haben sich immer mehr tolle Bühnenkünstler in dem winzigen Raum vor nicht mehr als 50 Menschen Publikum eingefunden. Wilfried Schmickler, Jürgen Becker, Jochen Busse, Wiegand Boning, Ralph Caspers, Sven Plöger, Friedemann Weise, Frank Goosen, Rüdiger Hoffmann, Lisa Feller, und viele Weitere kommen und machen jeden Abend zu einem ganz besonderem.

Dave Davis ist dann der letzte Künstler, der noch im März kurz vor dem allgemeinen Corona-Lockdown live vor Publikum auftritt. Kurzerhand richten wir einen eigenen Youtube Kanal ein, um unseren Publikum wenigstens ein bisschen etwas zum Lachen mit nach Hause zu geben.

Im Sommer 2020 ist die kleine Affäre wohl das einzige Theater Deutschlands, welches seine Zuschauerplätze vervierfacht. Unter dem Titel „Die kleine Affäre außer Haus“ laden wir unsere Künstler erst zweimal in ein Autokino und später auf eine Open Air Bühne unter dem Hochofen des LWL-Industriemuseums ein. Vor bis zu 200 Zuschauern treten u.A. Künstler wie Gerburg Jahnke, Johann König, die Zucchini Sistaz, Herbert Knebel, Urban Priol, Abdelkarim, Sarah Bosetti, Quichotte oder Patrick Salmen auf.

Das ganze ist so erfolgreich, dass sich auch das WDR Fernsehen dem Projekt annimmt und 4 Folgen des kleine Affäre Sommerspecials im Abendprogramm des Senders zu sehen sind.

Was kommt als Nächstes? Pläne und Ideen gibt es genug aber funktioniert das ohne oder mit zu wenig Publikum? Wer noch mehr an unseren Überlegungen teilhaben möchte, dem sei die Internetplattform „Patreon“ ans Herz gelegt. Hier könnt ihr das Projekt nicht nur langfristig stützen, sondern erfahrt auch als erste von Plänen und Ideen:

Patreon: Hier könnt ihr uns unterstützen

Die Nachbarn: Anke, Bettina, Bodo, Denis, Elisa, Jörg, Jörg, Katrin, Marie, Nina, Sabine und Uli